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RE: Manifest für einen Linken Maskulismus


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von _Thorsten_ am 19 Apr. 2012 14:42

Hallo Wolfgang,

meine Antwort soll weniger eine Kritik sein, als ein Feedback dafür, wie Euer Manifest bei einem Nicht-Linken ankommt und interpretiert wird.


Er interpretierte das so, dass die Frauenbewegung Angriffe von "links" gar nicht erwartet und deshalb auch gar nicht adäquat reagieren kann. Die Kanonen sind in die andere Richtung gerichtet: frauenfeindlich, zurück an den Herd, keine berufliche Gleichberechtigung. Dafür sind sie argumentativ gerüstet.

Gut, ich weiss nicht, ob man das als Argumente bezeichnen kann, aber ich schätze die feministische Antwort wird in die Richtung gehen: 1. Männer wollen sich als Opfer aufspielen (->"Kauf Dir nen Dauerlutscher") 2. Frauen sind im Grossen und Ganzen immer noch diskriminierter/benachteiligter als Männer. 3. Die wenigen Privilegien/"positiven" Diskriminierungen von Frauen mag man daher vorerst nicht auch noch aufgeben, so lange nicht Feministenforderungen xyz erfüllt wurden.


Ich denke, es ist ein berechtigtes Anliegen, dass wir als "Linke" unsere eigenen Vorstellungen formulieren können.

Das sei Euch unbenommen. Wenn Ihr aber lieber als Linke und nicht als Männer auftretet, werden ich und sicher auch einige andere eher kritischen Abstand zu Euch halten, auch wenn wir mit vielen Eurer Forderungen übereinstimmen. Und ob das Etikett "links" (und damit die Distanzierung von "rechts") Euch helfen wird, unter dem "Naziradar" zu fliegen, das wird sich zeigen müssen, aber ich wünsche Euch in jedem Fall viel Erfolg dabei.


Was du zum Punkt 1 schreibst ist richtig. Dieser fehlende Punkt fiel mir auch erst im Nachhinein auf, ich wollte aber nichts mehr ändern. Ich würde das aber als extra Punkt schreiben z.B. als neuen Punkt an dritter Stelle: Wer die hälfte des Himmels will, muss auch die hälfte der Hölle übernehmen. Wir fordern..... - etwa in der Art.

Die Gleichheit von Rechten und Pflichten gehört für mich zusammen in einen Punkt. Ich halte nicht viel davon, a priori eine "Gleichwertigkeit" (Gleich viel wert für wen? Und in Bezug auf welche Umstände?) zu postulieren, um daraus dann gleiche Rechte abzuleiten. Ich würde es eher so sehen, dass es Frauen wie Männern offen steht, sich den gleichen Pflichten zu unterwerfen und die gleichen Leistungen zu erbringen und dadurch dann die gleichen Rechte zu erlangen. Nein, ich bin nicht für die Abschaffung der Grundrechte, aber ich bin auch nicht für ein Recht auf Vorstandspöstchen. Wer die Verantwortung für ein Verkehrsflugzeug oder einen Reisebus übernehmen will, muss beweisen, dass er dazu in der Lage ist. Da gibt es keine "Gleichwertigkeit" a priori, aus der man dann bei Ausbleiben einer Gleichverteilung der Geschlechter unter den Piloten oder Busfahrern hinterher eine Diskriminierung ableiten kann.


Punkt 7: Es ist eben "der Aufstand der Männer", die sich diesem Biologismus nicht mehr unterwerfen wollen.

Dem "Biologismus" braucht sich auch heute niemand mehr zu unterwerfen. Aber wie willst Du andere Männer daran hindern, Frauen zu beschützen oder zu fördern? Oder wie willst Du Frauen daran hindern, den Männern den Vorzug zu geben (sei es bei der Wahl eines Partners oder eines Politikers), die Frauen beschützen oder fördern? Was Du individuell unternimmst, ist selbstverständlich Deine Sache, aber ich meine einfach, dass Männer, die sich diesem "Biologismus" unterwerfen, sich u.U. im Durchschnitt erfolgreicher fortpflanzen.


Oh, den Punkt 12 hast du mißverstanden. Vielleicht war "Kampf" auch der falsche Begriff. Der zweite Satz erklärt aber, wie ich es gemeint habe: ich meine keinen Scheidungskrieg, sondern die Wichtigkeit eines männlichen, väterlichen Einfluß auf das Kind.

Ich bin mir nicht sicher, vielleicht ist er auch richtig. Ich habe den Eindruck, dass viele Linke die Einflussnahme auf die Erziehung (auch von staatlicher Seite, siehe Punkt 9 - Kinderbetreuungsangebote) sehr ernst nehmen, ja für einen "Kampf" halten. Ich persönlich muss in so einem Rahmen eher an Indoktrination und Bevormundung denken und lehne beides dankend ab. Als Kind habe ich mich von Vorbildern leiten lassen und von rationalen Argumenten überzeugen lassen, und ja, den "Kampf" um die Einflussnahme aufs Kind habe ich auch erlebt, den fand ich aber eher befremdlich.


Geändert von _Thorsten_ am 19.Apr.2012 15:08

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